Die Klosterkirche St. Marien


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Vom ehemaligen Benediktinerinnenkloster existiert heute nur noch die Klosterkirche Sankt Marien, die 1046 durch den Bischof von Minden geweiht wurde. Die dreischiffige Pfeilerbasilika aus Weser-Buntsandstein ist ein Kleinod romanischer Baukunst. Eingebettet in ein Ensemble alter Fachwerkhäuser und den Resten der Dorfkirche St. Dionysius liegt sie mitten im OT Kemnade.

Im Sommer, hinter altem Baumbestand verborgen, entzieht sie sich den Blicken der Besucher. Vom erst vor kurzem eingerichteten Pilgerweg Loccum – Volkenroda und dem Weserradweg ist sie schnell zu erreichen.

Die Klosterkirche mit ihrer West-Ost-Ausrichtung und dem klaren kreuzförmigen Grundriss ist ein markantes Beispiel für eine Pfeilerbasilika in reinem romanischem Baustil. Ursprünglich war westlich ein Mittelturm vorgelagert. Eine schwere Katastrophe, für die es keine schriftliche Überlieferung gibt, muss die Kirche im 16. oder spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges heimgesucht haben. Es kam zur teilweisen Zerstörung der westlichen Teile des Langhauses und des Westturms.


So könnte die Klosterkirche ausgesehen haben.


Fotomontage Jürgen Steffen, Kirchbrak




Der um 1650 entstandene Merianstich zeigt schon die Kirche in der heutigen Größe. Das ehemals sehr gestreckte, dreischiffige Langhaus mit hohem Mittelschiff und niedrigen Seitenschiffen mündet in das Querschiff mit ausgeschiedener Vierung; an diese schließt nicht ein Chorquadrat, sondern ein querrechteckiger Chor mit weiter Apsis an. Je eine Apsis hatten ursprünglich auch die Querschiffsarme.

Trotz der Verkürzung seiner Länge von 53,70 m auf 34 m hat der Bau seine Klarheit behalten. Mancherlei ist aber im Laufe der Jahrhunderte geändert worden. Diese Eingriffe haben den Grundcharakter der Kirche jedoch nicht verändert.

Heute wird die Klosterkirche für Gottesdienste und Konzerte genutzt. Auch das Grab des berühmten Hieronymus Karl Friedrich Freiherr von Münchhausen – genannt der Lügenbaron – befindet sich in der Kirche; eine schlichte Steinplatte erinnert daran.



Innenansicht des Mittelschiffes